Das war episch! Live on stage vor 33.000 Rostockern im Ostseestadion mit Marteria

Als Marten uns im Frühsommer fragte, ob wir Lust hätten mit ihm einen Song im Ostseestadion zu machen war uns klar, dass das krass werden würde. Dass allerdings 33.000 Rostocker total abgehen und das Ding auch noch komplett abfeiern würden hatten wir nicht im Traum erwartet. Am 1. September 2018 wurde definitiv ein HipHop-Moment in die Geschichtsbücher geschrieben – für Rostock, aber auch für Deutschland.

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Nie zuvor war ein deutscher Rapper vor einer solch großen Kulisse bisher aufgetreten. 33.000 Fans – es sollte der Höhepunkt der Karriere von Marten werden. Gleichzeitig war es für Rostock ein großer Moment, weil die wichtigsten Rapper der Stadt, die Rap seit jeher geprägt hatten, erstmal gemeinsam auf einer Bühne standen. Und dabei gab die Underdog Cru sogar ein Comeback, denn live hatte man Mas Massive und Homez seit Jahren nicht mehr rappen sehen. Außerdem on stage waren Pussi aka Käpt´n Hook, der zuletzt meine Dadlines-EP remixte, Marlow, Hägi und Mauler, mit denen ich auch schon diverse Songs gemacht hatte.

Ich durfte den ersten Part droppen. Das war natürlich eine besondere Ehre – und gleichzeitig ein krasser Druck. Ich wußte natürlich, dass tausende Menschen zusehen und etliche Handys filmten – und das Ganze für die Ewigkeit festhalten wollten. #dasinternetvergisstnicht

Außerdem war Paul Ripke am Start, um für eine Live DVD des epischen Konzerts zu filmen. Mein Part musste also sitzen. Um 12 Uhr trafen wir uns bereits im Stadion, um den Sound einmal auf dieser monströsen Bühne zu checken. Mit 3 Backgroundsängerinnen, 2 DJs, Drummer, Gitarristen und der Technik-Crew war schon einiges los „da oben“.

Da oben zu stehen und in das legendäre, noch leere Ostseestadion zu schauen, war natürlich heftig. Diese Dimension kann man sich auch vorher gar nicht ausmalen. Wir hatten den Song bereits einmal vorab in Berlin zusammen mit Marten geprobt, um save zu sein, aber das hier? Das war nochmal ´ne ganz andere Nummer 🙂

17 Uhr war dann Einlass, die Kids stürmten die Innenfläche und sicherten sich ihren Platz in der ersten Reihe. 2 Stunden später spielte Feine Sahne Fischfilet und geizte dabei nicht mit Ansagen gegen Nazis – so wie wir uns das auch erhofft hatten. Das Stadion füllte sich allmählich und die Aufregung stieg. Wir hatten einen Backstageraum im Stadion neben Feine Sahne, der gekennzeichnet war mit „Wu Tang Clan Meck Pomm“. #Spaßmusssein

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Gegen 20 Uhr war der starke Auftritt von Feine Sahne dann beendet und noch immer strömten Fans ins Stadion. Wir verfolgten während dessen noch den den Sieg des FC Hansa in der Liveübertragung. Das Wetter war auch top. Beste Voraussetzungen für dieses epischen Abend.

Langsam wurde es dann dunkler und der Puls stieg spürbar bei uns. 🙂 20:30 Uhr eröffnete Marten die Show mit dem Intro seines letzten Albums. Das Publikum, das bunter nicht hätte sein können, ging sofort ab. Einen Tag zuvor war Westernhagen im Stadion aufgetreten und hatte nicht mal ein Drittel so viele Fans zum Konzert locken können. Doch ein Marteria-Konzert ist in Rostock eben mittlerweile ein Volksfest. Das liegt an seinen Hits, aber auch an der starken Betonung seiner Verbundenheit zur Region. Lokalpatriotismus kommt gut an. Einfach mal Rostock und Mecklenburg feiern. Wann und wo macht man das sonst schon?

Andere Großveranstaltungen wie der Hanse Sail sind längst zu Touristenveranstaltungen mutiert, doch ein Konzert von Marten ist was für Eltern mit Kindern, für HipHop Heads und Technojünger gleichermaßen. Man weiß halt auch was man bekommt – eine verdammt gute Show mit Pyro und sonstigen Musicalstyles. Dafür waren extra noch einige Special Guests angereist. Bei „Aliens“ kam dann Armin von den Beatstakes auf die Bühne und lieferte ab. Ich lernte ihn backstage kennen – sehr cooler Dude.

Außerdem war Casper natürlich am Set, um mit Marten das neue Album „1982“ vorzustellen, das beide einen Tag vorher releaset hatten – und das eine Woche später auf Platz 1 der deutschen Charts landen würde. Doch vorher waren wir dran. Wir durften uns 3-4 Songs vor unserem Slot hinten an der Bühne einfinden und wurden erstmal entsprechend verdrahtet und verkabelt.

Zu der Zeit gegen 21 Uhr war es natürlich schon dunkel und die Kulisse der 33.000 jubelnden Fans erinnerte schon etwas an die Schlacht von Helms Klamm bei Herr der Ringe.

Nach dem Song „Große Brüder“sind wir dann dran. Und alles geht mit einmal ganz schnell. Ansage von Marten. Rauflaufen und abgehen. Und so sah das dann aus.

Die Massen jubeln und alle MCs liefern richtig ab. Die Hook schlägt erwartungsgemäß ein wie eine Bombe.

R-O-S-T-O-CK.

Einige berichten später sogar vom Highlight des Abends. Wir sind jedenfalls megahappy als wir die Bühne verlassen und gönnen uns erstmal ein kaltes Bier. Geflasht und glücklich, dass alles geklappt hat. Und auch meine Family gratuliert später. Meine Töchter, 5 und 8, meinen später, sie hätten mir sogar noch zugerufen – aber ich hätte es wohl nicht gehört. Stimmt, war etwas lauter das Ganze 🙂

Der Rest der Show bringt das Stadion dann endgültig zum Beben. Die Massen feiern ausgelassen und einige Tage später muss sogar der Rasen ausgewechselt werden. Die Zeitungen berichten später im Superlative-Vokabular. Perfekt.

Schön zu sehen, wie weit wir gekommen sind. Von den Anfängen in meinem alten Zimmer bei meinen Eltern und Freestyles vor der Hifi-Anlage auf Kassetten hin zum größten Stadionkonzert eines europäischen Rappers ever. Davon werden wir noch unseren Enkeln erzählen.

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